Gewinnung zumeist nur unter großer Umwelt-
und Klimabelastung möglich ist, wird dabei selten thematisiert.
20 Schulen in Nordrhein-Westfalen wollen sich jetzt mithilfe des
Internets über die Folgen für die Länder in Lateinamerika
informieren. Dabei ermöglichen die Neuen Medien den direkten
Kontakt zu verschiedenen Akteuren im Amazonasgebiet. "Die Schüler
lernen die Bedeutung einer globalen Nachhaltigkeit hier an einem
konkreten Beispiel kennen. Ein Begriff, der für viele noch
sehr abstrakt anmutet, wird dadurch begreifbar", erläuterte
Dr. Ulrich Witte, Referatsleiter Umweltbildung bei der Deutschen
Bundesstiftung Umwelt (DBU), die das Projekt finanziell unterstützt.
Seit der Konferenz von Rio 1992 sei das Thema
der Nachhaltigkeit in den Vordergrund gerückt. Viele Menschen
könnten jedoch keinen Bezug des Begriffes zum eigenen Leben
herstellen. Vor allem die globalen Zusammenhänge zwischen Ökologie
und Wirtschaft, Europa und den Ländern des Südens seien
vielen nicht bewusst. Das Projekt wolle diese Lücke schließen.
Schülerinnen und Schülern ab Klasse neun werde es ermöglicht,
sich mit Fachleuten von Erdölkonzernen ebenso auseinander zu
setzen wie mit Mitarbeiter von Energie- und Umweltministerien in
Venezuela, Peru, Bolivien, Ecuador und Kolumbien, indianischen Organisationen
oder regionalen Umweltgruppen. "So lernen die Schüler
die verschiedenen Standpunkte zum Thema Erdölförderung
kennen und kön-nen sich ein eigenes, vielschichtiges Bild der
Problematik und möglicher Lösungsansätze machen",
sagte Witte.
Von der Förderung bis zum Endkunden würden
die einzelnen Schritte von den Schülern gemeinsam erarbeitet
und nachvollzogen. Ausgangslage sei der Konflikt zwischen Industrie,
Staat und lokaler Bevölkerung im Hinblick auf die Nutzung des
Landes, der Bodenschätze und der Einflussnahme auf Umwelt und
Klima. Die Erdölförderung im Amazonasgebiet sei somit
ebenso Thema wie die Verbindungen nach Europa. Im Laufe des Projektes
werde eine Datenbank angelegt, die es auch zukünftig interessierten
Schülern ermögliche, von den gewonnenen Erkenntnissen
des "Ch@t der Welten" zu profitieren.