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Eröffnung eines der größten Delfinarien Europas ruft heftige Kritik hervor

14. Februar 2003

Sicherlich habt ihr schon einmal von Delfinarien gehört. In großen Becken präsentieren dort Delphine und Wale Kunststücke. Ein solcher Meerespark, der "Parc Oceanographic", wurde nun heute in Valencia, Spanien, eröffnet. Dieser enthält ein Ozeanarium mit 2500 Sitzplätzen. Die große Attraktion werden vor allem Delfine und Weißwale, auch Belugas genannt, sein.

Die Wal- und Delphinschutzorganisation WDCS machte anlässlich der Eröffnung, auf die unhaltbaren Zustände in diesen Meeresparks aufmerksam. Die hochsozialen und bewegungsfreudigen Meeressäuger würden auch heute noch brutal ihren Gruppen und ihrem Lebensraum entrissen und Tausende Kilometer transportiert, um als "Clown" in engen Becken ihr künftiges Leben zu fristen.

Die Einfuhr der Waltiere nach Spanien sei auch aus rechtlicher Sicht bedenklich. Die Artenschutzbestimmungen der Europäischen Union (EU) würden den Import lebender Wale und Delfine für "hauptsächlich kommerzielle Zwecke" verbieten . Ausnahmen stellten nur nichtkommerzielle Zwecke wie wissenschaftliche Forschung, Bildung und Nachzucht dar. Die WDCS entgegnet dieser Regelung, dass die Nachzucht dieser Tiere in Gefangenschaft äußerst dürftig und die Qualität der betriebenen Forschung sehr begrenzt sei, da kaum brauchbare Ergebnisse für den Schutz frei lebender Wale und Delfine erzielt werden würden.

Die Einfuhr in die EU sei äußerst bedenklich, meint die WDCS © COER

Zudem kritistiert die Meeresschutzorganisation, dass seit mehr als zwei Jahrzehnten keine Belugas mehr in die EU importiert worden wären und der Park dadurch ein Tabu brechen würde. Zudem würde diese Entwicklung den Trend bestätigen, dass der internationale Handel mit wild gefangenen Weißwalen ansteigt. Seit Ende der 1990er Jahre wären Dutzende Weißwale in russischen Gewässern gefangen, aber auch direkt getötet worden. 1999 exportierte Russland 13 Tonnen Weißwalfleisch nach Japan. Diese Aktivitäten stehen im Gegensatz zu den Erkenntnissen des Wissenschaftsausschusses der Internationalen Walfangkommission, der nur vier der weltweit 29 Beluga-Populationen als "stabil" einstuft, so WDCS.

Verschnaufpause am Beckenrand
© HSC / WDCS

"Das Artenschutzargument der Delfinarien ist ein Hohn!", sagt Nicolas Entrup von der WDCS und fügt hinzu: "Der Fang lebender Wale und Delfine zerstört die Sozialstrukturen frei lebender Populationen und stellt eine zusätzliche Bedrohung für das Überleben der Walgruppen dar".

Der WDCS liegen Informationen vor, dass der spanische Vergnügungspark auch den Import von Orcas plant. 2002 wären Fangaktivitäten in russischen Gewässern noch erfolglos geblieben.

Die WDCS fordert die effiziente Umsetzung des Importverbotes für Wale und Delfine in die EU.

Textquelle: Pressemitteilung/Christoph Schneider

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