Die Weiß-Tanne wurde
als "Baum des Jahres" vom gleichnamigen Kuratorium gewählt,
da sie besonders empfindlich auf Umweltveränderungen reagieren
würde und zudem in zwei Bundesländern vom Aussterben
bedroht sei. So hätte sie in den letzten
200 Jahren einen radikalen Rückgang ihrer Vorkommen zu verzeichnen
gehabt. In diesem Zeitraum seien rund 90 Prozent der ursprünglichen
Fläche verloren gegangen, wie das Kuratorium mitteilte.
Eine wesentliche Rolle
spiele hierbei die eiszeitliche Wanderungsgeschichte der Weiß-Tanne.
Sie habe die Eiszeiten in nur kleineren, von einander getrennten
Populationen überdauert. Das führte zum Verlust von Genen
und habe ihre heutige verringerte Anpassungsfähigkeit zur Folge.
Sie sei anfällig und empfindlich gegen Trockenheit, Klimaveränderungen
und Luftschadstoffe. Der Verbiss durch Rot - und Rehwild mache ihr
ebenso zu schaffen wie Kahlschläge, Übernutzung, zu starke
Beschattung und die Konkurrenz der Fichte.
Die
Umweltorganisation Robin Wood, die Mitglied im Kuratorium des "Baum
des Jahres" ist, begrüßte die Wahl. Sie hofft, dass
so das Thema Waldsterben wieder vermehrt in die Öffentlichkeit
rücken wird. Denn das Problem sei, auch wenn es aus dem Blickwinkel
der Öffentlichkeit verschwunden ist, immer noch aktuell, wie
Rudolf Fenner, Waldreferent bei Robin Wood gegenüber Kids
für die
Umwelt erläuterte. "Selbst die offiziellen
Statistiken der Bundesregierung zeigen, dass inzwischen die Waldschäden
sogar deutlich schlimmer sind als in der ersten Hälfte der
achtziger Jahre. Durch die Wahl der Weißtanne zum Baum des
Jahres rückt endlich wieder mehr ins öffentliche Bewusstsein,
dass der Wald existentiell bedroht ist und Schadstoffe aus Straßenverkehr
und Viehhaltung ihm am meisten zusetzen."
Die Weißtanne steht in der Roten Liste der
in Deutschland als gefährdet geltenden Pflanzen. In den Bundesländern
Sachsen und Brandenburg gilt die Weißtanne sogar als vom Aussterben
bedroht.