Der Naturschutzbund NABU hat am 10. Oktober 2003
den Zaunkönig als "Vogel des Jahres 2004" vorgestellt.
In der Begründung hieß es: "Der Zaunkönig,
einer der kleinsten heimischen Vögel, wirbt als populärer
Sympathieträger stellvertretend für viele andere Tiere
des Siedlungsraumes für naturnahe Gärten, Parks und Grünflächen."
Zwar sei der Zaunkönig derzeit nicht in seinem Bestand gefährdet,
doch stehe der muntere Vogel
für ein ganzes Gefolge von Tieren und Pflanzen, die auf eine
intakte natürliche Umgebung angewiesen seien. Nach Haussperling
und Mauersegler sei im Zusammenhang mit der NABU-Kampagne "Nachbar
Natur" zum dritten Mal in Folge gezielt ein typischer Vogel des
menschlichen Siedlungsraumes gewählt worden.
Mit der Wahl des Zaunkönigs zum Vogel des
Jahres 2004 verbinde der NABU den Aufruf zur Entwicklung strukturreicher
Grünflächen mit dichtem Unterholz sowie den Appell zum
Erhalt naturnaher Bachauen. "Wer den Zaunkönig schützen
will, sollte sich für mehr Wildnis und Natur in unseren Gärten
und Parks einsetzen", sagte Helmut Opitz, Vize-Präsident
des Naturschutzbundes. Natur einfach mal Natur sein lassen sei in
diesem Zusammenhang eine wahrhaft königliche Geste. Sterile
Innenstädte böten dem Zaunkönig genauso wenig Platz
wie strukturarme Wirtschaftswälder ohne Unterholz.
Der Zaunkönig gelte laut NABU als vorwitzig
und werde, wenn er sich aus seinem Unterholz einmal hervorwagt und
lautstark "zu Wort" meldet, häufig als Symbol für
eine natürliche, vielfältige Umwelt begriffen. "Trotz
seines eher unscheinbaren Gefieders ist der kleine Vogel mit der
lauten Stimme bei Groß und Klein sehr beliebt", so Opitz.
Der Zaunkönig ist ein "Vogel von Welt", der sein
Brutgebiet von Nordamerika über die Behringstraße westwärts
auf weite Teile Asiens, Europas und Nordafrika ausgedehnt hat. In
Mitteleuropa ist der Vogel das ganze Jahr über anzutreffen
und zieht sich als Insektenfresser im Winter nur aus den höheren
Gebirgslagen in mildere Gefilde zurück. "Auch wenn der
Zaunkönig noch nicht zu den in Deutschland gefährdeten
Arten zählt, so leistet der Einsatz für ein Reich nach
seinem Geschmack mit heimischen Gewächsen, unordentlichen Ecken
und natürlichen Strukturen einen großen Beitrag für
die Natur", so Opitz.