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Insekt des Jahres
2004 gekührt:
Die Hain-Schwebfliege
29. Dezember 2003
Nachdem in den letzten Wochen bereits der Baum,
der Vogel und das Wildtier des Jahres 2004 gekührt wurden (wir
berichteten), gab nun die Biologische Bundesanstalt für
Land- und Forstwirtschaft das "Insekt des Jahres 2004"
bekannt: die Hain-Schwebfliege.
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| Das Weibchen einer Hain-Schwebfliege
auf einer Wegwartenblüte ©
U. Schmid |
Das recht häufige Insekt ist bei Landwirten
und Förstern als Nützling bekannt, denn eine Schwebfliegenlarve
verzehrt bis zur Verpuppung mehrere Hundert Blattläuse. Aufgrund
ihrer schwarz-gelben Warnfarbe wird die Hainschwebfliege auf den
ersten Blick häufig mit Wespen verwechselt. Sie ist aber völlig
ungefährlich und lebt nur von Nektar und Pollen. Gärtner
sollten sie mehr schützen als bisher, wünscht sich das
Kuratorium Insekt des Jahres.
In Deutschland gibt es insgesamt etwa 450 Schwebfliegenarten.
Davon leben ein Viertel als Larven von Blattläusen. Die Weibchen
suchen ganz typisch für Schwebfliegen nach Blattlauskolonien,
indem sie vor der Pflanze schweben, um dann die ein Millimeter langen
Eier abzulegen, insgesamt über Tausend.
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Eine frisch geschlüpfte
Schwebfliegenlarve steckt noch etwas in der Eihülle und
saugt schon eine Bohnenblattlaus aus. Daneben die weißen
Eier. © U. Wyss
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Aus den weißlichen Eiern schlüpfen
die Larven, die sich sofort auf die Suche nach Blattläusen
machen. Sie pendeln dabei mit dem Vorderende hin und her. Mit ihren
stilettartigen Mundwerkzeugen stechen sie zu und saugen die Läuse
aus. Bis zur Verpuppung braucht eine Larve etwa acht bis elf Tage,
je nach Temperatur. Den Larven fehlt neben den Beinen auch ein deutlich
abgesetzter Kopf. Sie sind weißhäutig und transparent
und schimmern weißlich oder grünlich. Man muss schon
Glück haben und ein geübtes Auge, um sie auf den Blättern
zu erkennen.
Die Hain-Schwebfliegen überwintern als erwachsene
Tiere. An milden Wintertagen kommen sie sogar aus ihren Verstecken
im Laub oder schützenden Ritzen hervor. Sie tauchen auch mit
den ersten Frühjahrsblühern in größerer Zahl
auf und sind dann an Winterling, Huflattich, Kornellkirsche und
vor allem an Weidenkätzchen zu finden. Diese Tiere sind immer
die begatteten Weibchen. Aber in manchem Frühjahr lassen sich
kaum Schwebfliegen entdecken, weil der Winter zu hart war.
Ein Teil der Hain-Schwebfliegen wandert wie Zugvögel
im Spätsommer nach Süden und vermehrt sich dort. Sie können
durchaus 25 Kilometer pro Stunde zurücklegen. Die nächste
Generation kommt im Frühjahr wieder zurück.
Die erwachsenen Insekten benötigen
Blüten, deren Nektar und Pollen offen dargeboten werden, denn
sie haben nur einen kurzen Rüssel. Ringelblumen, Löwenzahn,
Pfefferminze, aber auch blühende Petersilie werden von Schwebfliegen
gerne aufgesucht. Ein Gärtner, der die Nützlinge fördern
möchte, sollte diese Pflanzen im Garten haben.
:: Weitere Informationen ::
Ein Video mit der Hain-Schwebfliege kannst du
hier
anschauen.
Verfasser: Christoph
Schneider/Pressemitteilung
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