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:: Tourismus ::
Neuerschließungen als Todesurteil

Dieser Schilkrötenstrand wäre beinahe dem Tourismus zum Opfer gefallen
Immer mehr Menschen verbringen ihren Urlaub im fernen Ausland. Ein Grund hierfür sind die billigen Pauschalpreise, die es einem ermöglichen, den Urlaub fernab vom Heimatland zu verbringen. Diese Preise gehen aber oftmals auch auf die Kosten der Umwelt: denn die die Hotelanlagen sind größtenteils in Gebieten errichtet worden, wo früher die Natur herrschte.

Damit zerstören die Touristikkonzerne die dortigen Ökosysteme. Bettenburgen werden hochgezogen, Attraktionen für Besucher gebaut und die letzten unberührten Strände werden für Touristen erschlossen. Welche fatalen Folgen dieser Trend für die dortige Umwelt hat, kann man am Beispiel der Meeresschildkröten in der Türkei sehr gut zeigen:

Schildkröten - vom Tourismus bedroht

Seit rund 5 Millionen Jahren sind Populationen von fünf von acht existierenden Meeresschildkrötenarten im Mittelmeer zu Hause. Jedoch nur die Unechte Karettschildkröte (Caretta caretta) und die Suppenschildkröte (Chelonia mydas) pflanzen sich hier auch fort. In der Türkei nisten sowohl die Unechte Karett-, als auch die Suppenschildkröte an 17 Stränden, die eine Gesamtlänge von 200 Kilometern aufweisen. Vor Jahren bezeichnete der Europarat die Türkei deshalb als wichtigstes Mittelmeerland für die Fortpflanzung von Meeresschildkröten.

Doch wo die Meeresschildkröten noch bis vor wenigen Jahrzehnten sauberes Wasser, ausreichende Nahrung und unberührte Strände für die Eiablage vorfanden, herrscht heute Schmutz und Zerstörung.

Die Strände sind für die Meeresschildkröten aber von enormer Wichtigkeit, da die Weibchen nach der Paarung am Strand ihrer eigenen Geburt die Eier ablegen. Die ca. 100 lederartigen, tischtennisball-großen Eier werden hierbei in Gruben abgelegt, die zuvor mit den Hinterflossen ausgehoben wurden. Ausgebrütet werden die Eier anschließend durch den warmen Sand.

Hotels bedrohen Arten
© bilderbox.com

Und gerade diese so wichtigen Strände geraden immer wieder ins Fadenkreuz des Tourismus. In den Wintermonaten werden neue Bettenburgen hochgezogen und Strände kilometerweise abgegraben. Der Sand wird dann u.a. als billiger Bausand benutzt. Die Weibchen werden außerdem bei der Eiablage gestört oder durch das Scheinwerferlicht der Hotels geblendet. Wegen dieser Zerstörung von Nistflächen, so stellen Umweltschützer bestürzt fest, können "Alles-inclusive-Urlaube" im 5-Sterne-Club so billig angeboten werden. Und auch bei uns werden immer neue, bisher unberührte Gebiete u.a. als Skigebiet erschlossen. Die Einwirkungen erscheinen zwar im Gegensatz zu den in fremden Ländern als gering. Dennoch sind diese keinesfalls zu vergessen.

 

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