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:: Das Rätsel der Waldböden ::

 unter dem RegenwaldWird im Amazonaswald mit dem Fuß die dünne Blätterschicht am Boden beiseite gescharrt, so kommt ein wenig schwarzer Humus zum Vorschein, der nur ein paar Zentimeter tief reicht. Gleich darunter ist eine bleiche, gelbliche oder rötliche Erde zu sehen, die von Wurzeln und Pilzfäden durchzogen ist. Wäre nicht alles so feucht und modrig, entstünde der Eindruck, der Boden bestehe aus Sand. Was ist das für ein Boden, der so karg aussieht und doch die gewaltigsten Wälder trägt?

Wissenschafliche Untersuchungen kamen zu einem erstaunlichen Ergebnis: Viele Regenwaldböden sind nahezu unfruchtbar. Auf sehr großen Flächen finden sich praktisch mineralstofffreie Sand- und Kaolonitböden. Etwa 40% der asiatischen, 70% der afrikanischen und 90% der südamerikanischen Regenwälder stehen auf eigentlich unfruchtbarem Grund. Seit Jahrmillionen durchlaufen die tropischen Böden eine starke Verwitterung. Die Mineralien wurden ausgewaschen, die Böden ausgelaugt und zersetzt. In Amazonien ist dieser Vorgang am weitesten fortgeschritten.

Urwald-Boden

Wie aber ist es möglich, daß auf so schlechten Böden das üppigste und artenreichste Ökosystem der Erde entstanden ist?

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Gastautor: Wolfgang Schwarz