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Die Artenvielfalt
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Als im 19. Jahrhundert
Naturforscher wie Charles Darwin oder Alexander von Humboldt die
Tropenwälder besuchten, staunten sie über die ungeheure
Artenvielfalt, die hier herrschte. Sie berichteten von unglaublicher
Formenmannigfaltigkeit bei Schmetterlingen, Vögeln, Käfern
und Affen. In der Tat ist der Artenreichtum verblüffend. Während
es in ganz Europa nur etwa 50 verschiedene Baumarten gibt, existieren
auf Regenwaldflächen von der Größe zweier Fußballfelder
oft über 500.
Als in den 80er Jahren WissenschaftlerInnen
begannen, mit Hilfe von Kletterausrüstungen und Strickleitern
die schwer zugängliche Kronenregion der Regenwälder zu
erforschen, öffneten sich nochmals neue Dimensionen.
In einer einzigen Baumkrone fanden sie über 600 verschiedene
Käferarten. Etwa 150 davon waren ausschließlich auf diese
Baumart spezialisiert. Auf einem Hektar Regenwald können vermutlich
20.000 verschiedene Insektenarten vertreten sein. Ungefähr
400 Vogelarten leben in Zentralamazonien auf einem Gebiet von 7
mal 7 km.
Vor allem wegen der Zahl der in den Bäumen
lebenden Insekten, aber auch der hoch oben wachsenden Pflanzen,
mußte der Artenreichtum der Erde ganz neu beurteilt werden.
Es gibt wohl nicht nur zwei Millionen Arten auf der Erde, wie WissenschaftlerInnen
noch in den 50er Jahren angenommen hatten, sondern 20, 30, vielleicht
sogar 40 Millionen! Über 80 % davon bewohnen die Regenwälder.
Wenn dieser unermeßliche Schatz an genetischer Vielfalt zerstört
wird, ist er unwiederbringlich verloren.
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Gastautor:
Wolfgang
Schwarz
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