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Selektiver Holzeinschlag ::
In
Malaysia wird überwiegend "selektiver Holzeinschlag" betrieben,
das heißt, daß nur bestimmte Bäume gefällt
werden, der Rest bleibt stehen.Holzhändler
behaupten, so könne der Regenwald auf Dauer erhalten bleiben.
Das stimmt aber nicht. Wird ein Urwaldriese gefällt, wie z.B.
der Meranti-Baum, der bis zu 9 m dick und 60 m hoch wird, so reißt
er viele andere Bäume mit um. Dann muß der Stamm noch
aus dem Wald geschafft und über eigens gebaute Straßen
abtransportiert werden. Zwischen 55 und 75 % des Urwaldes sind von
selektivem Einschlag in Mitleidenschaft gezogen. Wie die verheerenden
Brände des Jahres 1997 gezeigt haben, trocknet der so beschädigte
Wald regelrecht aus und brennt dann wie Zunder.
In selektiv genutzten Wäldern
ist für die Penan ein Leben nicht möglich. Jahrelang baten
sie erfolglos die Regierung darum, ihr Land zu schützen. Seit
1987 blockieren sie praktisch jährlich die Holzfällerstraßen,
auch wenn diese Aktionen regelmäßig damit enden, daß
malaysische Soldaten mit Tränengas und Maschinenpistolen anrücken
und wie im März 1997 Siedlungen plattwalzen, die Blockierenden
blutig schlagen und sie schließlich ins Gefängnis werfen.
"Tatsächlich fühlen
wir uns allein gelassen und völlig verzweifelt, weil unsere
Hoffnung auf Hilfe fast verschwunden ist. Wir bitten alle Menschen
auf der Welt um Hilfe. Nehmt uns nicht unsere Kultur, unseren Wald,
unsere Würde. Wir wissen, es gibt viele Menschen in vielen
Ländern, die sich um uns bemühen. Dieses Wissen hält
uns am Leben."
Bis heute zeigt die Regierung
kein Interesse am Schutz der Penan und reagiert mit unverhohlenem
Zynismus auf ihre Situation: "Ich will den Penan nur helfen. Außenseiter
wollen, daß die Penan Nomaden bleiben, und ich werde das nicht
erlauben, da ich die Entwicklung gerecht auf alle Gemeinschaften
des Staates verteilen will", sagt Datuk Patinggi Mahmud, der Chef-Minister
von Sarawak. James Wong, der Umweltminister des Teilstaates, der
selbst große Holzkonzessionen besitzt, fügt hinzu: "Ich
kümmere mich um die Penan. Im Moment baue ich Straßen
für sie."
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Gastautor: Wolfgang
Schwarz
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