Den
ersten Kontakt mit uns Weißen hatten die Yanomami in den 70er
Jahren, als die BR 210 gebaut wurde, eine Straße quer durch
das riesige Yanomamiland. Die Baufirmen schleppten für die
Yanomami unheilbare Krankheiten wie Grippe, Malaria oder Masern
ein.
Das
Sterben begann. Bei Vermessungsarbeiten in den 80er Jahren wurde
eine unheilvolle Entdeckung gemacht: reichhaltige Vorkommen an Uran,
Zinn und vor allem Gold wurden auf dem Indianergebiet gefunden.
Zehntausende
von Goldsuchenden strömten in das Yanomamiland, zerstörten
den Regenwald, verjagten das Wild, verseuchten die Flüsse
mit dem hochgiftigen Quecksilber, das zur Goldwaschung benutzt
wird, überfielen und vergewaltigten UreinwohnerInnen und
brachten tödliche Krankheiten mit. Von 1991 bis 1993 allein
starben 20% der Yanomamibevölkerung.
Nachdem 1993 bei einem Massaker 19 Yanomami regelrecht niedergemetzelt
wurden, stellte Brasilien das Gebiet bis 1996 unter militärischen
Schutz. Seither hat die Zahl der illegalen Goldgräber wieder
stark zugenommen, so daß Ende 1997 eine erneute Militäraktion
zum Schutz der Yanomami nötig wurde. Dabei wurden 30 illegale
Landepisten gesprengt und 300 Goldsucher verhaftet.
Weiterhin
aber sind die UreinwohnerInnen Brasiliens, denen die staatliche
Verfassung theoretisch Landrechte und unberührte Lebensweise
zugesteht, Übergriffen schutzlos ausgeliefert. Erst wenn
die Reservate endlich demarkiert, das heißt gekennzeichnet
sein werden und die Umwelt- und Indianerbehörden endlich
die nötigen Mittel bekommen, gegen Eindringlinge aktiv zu
werden, wird sich daran etwas ändern. Bislang ist dies aber
nicht in Sicht.