"Ich
bin Yanomami, Sohn meines Volkes. Wir wollen leben, wie Ihr es wollt,
denn wir sind auch ein Volk. Wir wollen auf unserem Land leben,
wir wollen in Frieden leben.
Die Regierung respektiert
uns nicht. Sie denkt so an uns, als seien wir Tiere. Wir haben
das Recht, unsere Rechte zu verteidigen. Ich habe viele Dinge
zu sagen, über die ich nachgedacht habe. Ich bin ein Yanomami.
Wir Yanomami haben
gedacht, daß der Weiße Mann gut für uns sei.
Jetzt sehen wir, daß dies die letzte Invasion in indianisches
Land ist. Alle anderen wurden bereits besetzt. Sie nehmen es uns
weg.
Wir benutzen kein Geld,
Schuhe, Kleidung und wenige Yanomami verstehen, was geschieht.
Die Regierung hat uns überrascht. Jetzt beginne ich zu verstehen.
Die Regierung kennt unsere Art zu leben und zu denken nicht. Wir
haben auch keinen Einblick in die Art des Denkens der Regierung.
Die Regierung versteht nur das Geldgeschäft. Unsere Art und
Weise zu denken, beruht auf dem Land.
Die Flüsse, die
Fische und die Wälder schreien um Hilfe, aber die Regierung
weiß nicht, wie sie zuhören kann.
Sie sagt, daß
wir des Hungers sterben werden, wenn sie die Goldminen schließt.
Aber ich sage, daß wir Hungers sterben werden, wenn die
Regierung nicht die Goldwäscherei stoppt. Wenn die Regierung
die Goldwäscherei stoppt, werden wir Süßkartoffeln
pflanzen, Bananen, Yams, Taro, Papaya, Pupunha-Früchte, Zuckerrohr
und dann wird niemand Hungers sterben. Wir Yanomami wollen nicht
mit unserer traditionellen Lebensweise aufhören. Da wir unsere
Sprache und unser Land noch nicht verloren haben, kämpfen
wir heute.
Wir Yanomami sterben
an Krankheiten, Malaria, Grippe, Durchfallerkrankungen, Geschlechtskrankheiten,
Masern, Windpocken und noch anderen Krankheiten, die die Indianer
niemals vorher kannten und die von den Goldwäschern von außen
hereingebracht wurden,. Diese Krankheiten können wir nicht
heilen, Schamanen können sie nicht heilen. Schamanen können
auch keine Schußwunden heilen. Schamanen können indianische
Krankheiten heilen, aber die Krankheiten der Weißen können
wir nicht heilen.
... Sie (die Goldwäscher)
versuchen einen Zwiespalt unter den Indianern zu sähen. Zeca
Diabo hilft dadurch, daß er den Indianern Nahrung und Kleidung
gibt, dadurch , daß er ihnen beibringt, wie man arbeitet,
wie man Gärten anlegt, wie man Reis pflanzt und erntet, so
daß die Yanomami sich daran gewöhnen, für die
Weißen zu arbeiten. Aber ich denke, es ist nicht gut, daß
sie den Indianern beibringen, wie man arbeiten muß. Wir
Indianer wissen schon, wie man arbeitet; während vieler Jahre
wußten wir, wie man pflanzt, wie man den Wald reinigt und
wie man das Unterholz für die Gärten schneidet. Die
Yanomami sterben nicht an Hunger, sie sterben nur an Krankheiten.
Sie haben alles, um zu überleben, wo keine Goldwäscher
sind.
Der Weiße Mann
hat keinen Respekt vor der Natur, er weiß nicht, daß
sie gut für ihn ist. Er muß von uns lernen.
Wir wollen, daß
die Weißen dabei helfen, unser Land zu verteidigen, um unser
Leben zu verteidigen. Ich, Davi Kopenawa Yanomami, möchte,
daß die Weißen mit uns lernen, wie eine bessere Welt
gemacht wird."