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:: Brandrodung durch SiedlerInnen
::
UnternehmerInnen und
PolitikerInnen führen als Hauptursache der Tropenwaldzerstörung
gerne die Überbevölkerung ins Felde. Damit lässt sich
nämlich prima die eigene Verantwortlichkeit verschleiern. Tatsächlich
beträgt die Bevölkerungsdichte
in Brasilien nur 17 Menschen/km2 (zum Vergleich: alte BRD 246 Menschen/km2).
Wenn trotzdem viele Menschen
in den Amazonaswald ziehen, liegt dies an strukturellen und politischen
Bedingungen:die ungerechte Landverteilung (in Brasilien besitzt
1% der Bevölkerung etwa 40% des Landes), der verstärkte
Einsatz von Maschinen in der Landwirtschaft, durch den viele Menschen
arbeitslos werden und gescheiterte Umsiedlungs- und Entwicklungsgroßprojekte,
die die Leute in den Wald drängen.
Um eine Agrarreform zu umgehen,
arbeitete beispielsweise in den 70er Jahren die brasilianische Regierung
zusammen mit der Weltbank zwei große Projekte aus, um arme
landsuchende Bauern aus den Krisenregionen in das Amazonasgebiet
umzusiedeln."Land ohne Menschen für Menschen ohne Land" hieß
das Motto. Zuerst wurde eine 5.400 km lange Straße in den
Urwald gebaut, die Transamazónica, an der entlang die SiedlerInnen
Grundstücke bekamen. Wegen der schlechten Böden konnte
dieses Land höchstens drei Jahre genutzt werden, dann mußte
neues Land gerodet werden. Den hungernden SiedlerInnen hat das nichts
geholfen, der Waldverlust aber ist sogar auf der Weltkarte zu sehen.
Ein ähnlicher
Fehlschlag war in den 80er Jahren das 500-Millionen-Dollar-Projekt
Polonoreste, die Besiedlung des Amazonasgebietes Rondonia. Innerhalb
von fünfzehn Jahren wurde aus dem Urwaldland mit 111.000 EinwohnerInnen
ein brennendes Areal mit einer Million Menschen. Vier Fünftel
der Neuankömmlinge bekamen nicht einmal Land zugeteilt.
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Gastautor: Wolfgang
Schwarz
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