Der
Export von Rohstoffen ist nach wie vor die Haupteinnahmequelle
vieler ärmerer Staaten. Entsprechend hemmungslos stürzen
sich viele der hochverschuldeten Tropenländer auf diese Ressourcen,
meist auf Kosten von Mensch und Umwelt.
Riesige Erz-Abbaugebiete
wie die Ok Tedi-Mine in Papua-Neuguinea zerstören nicht nur
den Regenwald auf ihrem eigentlichen Gebiet, sondern in weitem
Umkreis die ganze Landschaft. Denn hochgiftige Abwässer und
Schlämme kippen die Minenbetreiber einfach in die Gegend,
von wo sich das Gift durch die Flüsse verteilt - so daß
stromabwärts am Ok Tedi der Fischverzehr für die traditionelle
Bevölkerung zur Gesundheitsgefahr wurde. Im von Indonesien
besetzten Westteil der Insel, Irian Jaya, wurde unlängst
dem US-Konzern Freeport McMoran die Erweiterung seiner beiden
Minen um 3,6 Millionen Hektar genehmigt.
Proteste der lokalen Bevölkerung schlug das indonesische
Militär gewaltsam nieder, es gab mehrere Todesopfer.
Neben dem Goldabbau, dessen
verheerende Folgen z.B. die Yanomami zu spüren bekommen,
wird in Tropenländern vor allem Zink-, Zinn-, Silber- und
Kupferabbau betrieben. Eine besonders unrühmliche Rolle spielt
dabei Aluminium:
Das Ausgangsgestein für
die Aluminiumgewinnung ist Bauxit. Der Bauxitabbau erfordert große
Landflächen, da die Lagerschichten relativ dünn sind.
Zusätzlich zu der dafür notwendigen Entwaldung entstehen
beim Abbau sehr große Mengen des sogenannten Rotschlamms,
der, gewöhnlich einfach in die Flüsse geleitet, mit
seinen feinen Partikeln alle Poren und Hohlräume der im und
am Wasser lebenden Pflanzen und Tiere verstopft. Der Wald entlang
der Flüsse stirbt dabei völlig ab.
Die Herstellung
von Aluminium erfordert unwahrscheinlich viel Energie. Die Erzeugung
von nur einer Tonne Aluminium verbraucht 16.000 Kilowattstunden
Strom. Dieser Strom kommt fast immer aus gigantischen Stauseen
in den Regenwaldgebieten. Der mit Weltbank-Krediten gebaute Balbina-Stausee
in Brasilien überflutet z.B. allein 2.500 km2 Urwald. Die
verrottenden Pflanzenmassen unter dem Wasser setzen mehr CO2 frei
als ein Kohlekraftwerk. 136 Staudämme sind in Amazonien geplant,
die 26.000 km2 Regenwald überschwemmen, 500.000 Indigene
und BäuerInnen heimatlos machen und riesige Waldgebiete zur
Besiedlung und für die Viehzucht öffnen werden.
Wie üblich befindet sich auch beim Thema Regenwald die Ölindustrie
unter den großen Verbrechern. Die meisten großen Ölfirmen
wie Shell oder Esso, beide auch bekannt für massiven Widerstand
gegen jegliche Art von zukunftsfähiger Politik, haben Stationen
in den Regenwäldern eingerichtet. Selbst bei Probebohrungen
hinterlassen sie oft ganze Seen von Öl, tote Bäche und
abgestorbene Bäume.
500 km südlich von
Belém, mitten im östlichen brasilianischen Amazonaswald,
liegt das mit achtzehn Milliarden Tonnen größte Eisenerzvorkommen
der Welt. Carajás heißt das Gebiet und "Grande Carajás"
heißt auch das gegenwärtig größte Entwicklungsvorhaben
der Welt. Ein Gebiet von 840.000 km2 - das entspricht der Fläche
Frankreichs und Englands zusammen - soll zum Industriezentrum
werden. Die Gesamtkosten werden auf 62 Milliarden US-Dollar geschätzt.
Nicht nur Eisenerz,
sondern auch Kupfer, Nickel, Zinn, Mangan und Aluminiumbauxit
werden abgebaut. Ein riesiger Stausee zur Energieerzeugung ist
auch schon angelegt.
Eine 900 km lange Eisenbahnlinie wurde quer durch den Regenwald
geschlagen. Viele SiedlerInnen sind dadurch in den Wald gekommen.
In Carajás wird das Eisenerz noch oft mit Holzkohle verhüttet.
15.000 km2 Wald werden zur Zeit jedes Jahr dafür abgeholzt.
Finanziert wurde das Mammutprojekt
von der Weltbank, die auch an den Planungen aktiv beteiligt war,
ferner von der Europäischen Union, von der deutschen Kreditanstalt
für Wiederaufbau und von anderen Großbanken.
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