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:: Wem nutzt die Regenwald-Zerstörung? ::


Auch Europa war einmal fast ganz mit Urwald bedeckt, genauso wie die USA. Unsere Vorfahren haben schon vor Jahrhunderten die Naturwälder zerstört. Steht den in Unterentwicklung gehaltenen Ländern des Südens dieses Recht nicht auch zu ? Wollen wir ihnen etwa verbieten, sich zu "entwickeln", wie sie es möchten ?
Waldvernichtung seit 500 Jahren

Diese Fragen treffen nicht das Problem. Die Regenwaldvernichtung nutzt den Ländern praktisch nichts, meist nicht einmal kurzfristig und finanziell, da beispielsweise die Holzwirtschaft in fast allen Tropenstaaten mehr Subventionen verschlingt als sie an Steuereinnahmen einbringt. Die, die profitieren, sind wenige reiche Unternehmen, zwei ohne AlternativeGroßgrundbesitzer und Regierungscliquen, und natürlich die Industrienationen.

Deutsche Motorsägen der Marke Stihl fällen die Bäume, europäische Baufahrzeuge reißen Straßen ins Land. Wir bekommen billiges Tropenholz, billiges Öl, billige Rohstoffe, Kaffee, Tabak und Bananen. Wir bekommen auch die überteuerten Zinsen von all den Krediten, die wir den Tropenländern seit den 70er Jahren (ausgelöst durch den Überschuß an sogenannten Petro-Dollars) zur "Entwicklung" aufgedrängt haben.

 Das Jahrhundertprojekt Carajás wird zum Beispiel niemals Gewinne erwirtschaften. Die abgebauten Stoffe werden zum Spottpreis an die Industrieländer verkauft. Firmen wie Krupp-Thyssen und Mannesmann können damit billig produzieren - jede dritte Tonne Stahl in Deutschland kommt aus Carajás. Für Brasilien bleibt ein vergrößerter Schuldenberg, der Verlust von riesigen Regenwaldflächen und die immer stärkere Abhängigkeit vom Norden.

Und Arbeitsplätze ? Ach so, ja: 5.368 Personen arbeiten in "Grande Carajás". Dafür verlieren viele tausende UreinwohnerInnen ihre Lebens- und Arbeitsgrundlagen. 

stark bedroht: der Tucan Vom Raubmord am Regenwald profitieren die Reichen der Welt. Die Armen dagegen sind die ersten Opfer. Es gibt Schätzungen, wonach 40% aller Landwirte der "Dritten Welt" indirekt vom Regenwald abhängig sind, weil er ihnen das Wasser liefert.

Der Regenwaldexperte Paul Ehrlich beschreibt die Bedeutung der Regenwälder für die Menschen so:

"Wir sind in der Mitte unserer Geschichte oder sogar am Anfang. Und wenn wir die Regenwälder nicht erhalten, dann war`s das. Wenn wir die ökologischen Probleme unseres Planeten nicht lösen, dann wird die Menschheit keine 400 oder 500 Jahre mehr überstehen. Jedenfalls nicht in ihrer jetzigen Form. All die Sachen wie Mikrobiologie, Krebsforschung oder Raumfahrt sind bedeutungsloser Unsinn für die Zukunft der Menschheit, verglichen mit der Aufgabe, die Regenwälder zu erhalten und im Rahmen der ökologischen Gegebenheiten zu leben." 

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Gastautor: Wolfgang Schwarz